Sport wird hier im unteren Orlatal gewiss seit dem Kampf unseres Volkes zur Befreiung vom napoleonischen Joch betrieben. Eine feste Organisation der Sportler ist aber erst seit 1911 bekannt. Damals wurde in Kleindembach ein "Arbeiter- Turn- und Sportverein" gegründet. Mitbegründer war der Porzellanarbeiter Max Gaßler, langjähriger Vorsitzender Otto Würzberger, Vorturner über Jahrzehnte Paul Förster. Geturnt wurde bei schönem Wetter auf dem Platz, wo später Franz Preißler baute. Die ersten 

Blick auf Turnplatz und Turnhalle (Foto: Otto Würtzberger um 1930, Repro: Foto-Peterlein)Trainingsgeräte wurden im Gasthof "Zum goldenen Stern" bei Gastwirt Richard Pohl stationiert. Hier fanden dann auch vorwiegend die Übungsstunden statt. Exzellenter Turner an Barren und Reck - außer Paul Förster - waren Otto Berg und Clemens Förster. Vorzügliche Turner am Pferd waren u.a. Heinz und Rudi Roscher, Max Gaßler, Otto Würzberger, Paul Franke. Die Benutzung des Tanzsaales als Turnhalle schien Richard Pohl aber eines Tages lästig geworden zu sein, allzumal die Arbeitersportler nur wenig Umsatz brachten. Also schenkte er ihnen etwa der 20er Jahre ein sehr steiniges, recht hügeliges Gelände auf der Tierze. In müheseliger Arbeit wurde das Gelände eingeebnet und es entstand ein Turnplatz auf der Tierze. Zielstrebig legten die Sportler Groschen zu Groschen und dann konnte in eigener Arbeit auch noch eine Turnhalle errichtet werden. Zu den Erbauern gehörten u.a. Paul Förster, Paul Franke, Otto Berg und Otto Würzberger. 1929 wurde sie eingeweiht.

Im Frühjahr 1933 - die Sportler pflanzten gerade Birken auf der Südseite des Platzes - da wurden sie von den neuen Machthabern, den Nationalsozialisten, vom Platz gejagt. Inzwischen war am 05. Juni 1922 der "Arbeiter- Turn- und Sportverein" Langendembach gegründet worden. Mitbegründer laut Ortschronik waren u.a. Paul Fischer, Hermann Hetzer, Kurt Kriebel, Karl und Paul Wimmler. Aber nur wenige Jahre konnte man sich an sportlicher Betätigung erfreuen, denn mit Beginn des zweiten Weltkrieges kam der Sport langsam zum erliegen.

Nach dem Krieg hatte man erst mal keine Gedanken an Sport und sportlicher Betätigung. Es galt, den Hunger zu besiegen, die Wirtschaft und Friedensproduktion umzustellen und überhaupt das ganze Leben wieder zu normalisieren.

Zwar versuchte Frau Martha Ölsner - wegen ihrer kleinen rundlichen Figur "Erbse" genannt - etwa ab 1948 wieder eine Mädchengruppe aufzustellen, die zur Akkordeonmusik von Heinz Franke gymnastische Übungen absolvierte. Leider war dies nur von kurzer Dauer.

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